Raphaël Brunschwig

Präsident
Monte Verità Eventi letterari

Jenseits der Utopie der freien Liebe

Der Monte Verità ist historisch mit dem Mythos der Nacktheit und Liebe verbunden und daher der ideale Ort, um auch die zutiefst utopischen Aspekte dieses Ideals in den Mittelpunkt der Diskussion zu rücken: In einer Zeit, in der Intensität gefürchtet und das Risiko von Bindungen gemieden wird und in der Menschen Autonomie mit Freiheit verwechseln, wird für uns die Auslotung des Spannungsverhältnisses zwischen Liebe und Tod – durch Literatur, Musik und Tanz – zu einer Mission mit tiefgreifenden Auswirkungen. 
Mit dieser Ausgabe wollen wir daher über unsere Tradition hinausgehen und einen der sensibelsten Kernpunkte unserer Gegenwart hinterfragen, und zwar mit einem Programm, das sowohl die Eranos-Stiftung als auch die Casa Monte Tabor von Erich Maria Remarque einbezieht. 
Dank der Unterstützung und Neugierde unserer Partner und des Board of Patrons ist der Monte Verità weiterhin ein Ort der künstlerischen Freiheit und des Austauschs, an dem Liebe nicht nur Flucht, sondern auch Verantwortung gegenüber dem anderen und Erforschung der eigenen Grenzen ist.

© Beat Schweizer

Der Monte Verità ist historisch mit dem Mythos der „freien Liebe“ verbunden und daher der ideale Ort, um auch die zutiefst utopischen Aspekte dieses Ideals in den Mittelpunkt der Diskussion zu rücken: In einer Zeit, in der Intensität gefürchtet und das Risiko von Bindungen gemieden wird und in der Menschen Autonomie mit Freiheit verwechseln, wird für uns die Auslotung des Spannungsverhältnisses zwischen Liebe und Tod – durch Literatur, Musik und Tanz – zu einer Mission mit tiefgreifenden Auswirkungen. 
Mit dieser Ausgabe wollen wir daher über unsere Tradition hinausgehen und einen der sensibelsten Kernpunkte unserer Gegenwart hinterfragen, und zwar mit einem Programm, das sowohl die Eranos-Stiftung als auch die Casa Monte Tabor von Erich Maria Remarque einbezieht. 
Dank der Unterstützung und Neugierde unserer Partner und des Board of Patrons ist der Monte Verità weiterhin ein Ort der künstlerischen Freiheit und des Austauschs, an dem Liebe nicht nur Flucht, sondern auch Verantwortung gegenüber dem anderen und Erforschung der eigenen Grenzen ist.

Stefan Zweifel

Künstlerischer Leiter
Monte Verità Eventi letterari

Dance Me to the End of Love

Der Monte Verità ist seit jeher als Hügel der „freien Liebe“ bekannt. Doch gibt es das wirklich: eine „freie“ und ungebundene Liebe? Will die Liebe nicht etwas Unbedingtes sein, etwas Absolutes – wie der Tod? Und gibt es noch diese romantische Liebe, an deren Ende der Tod steht, oder ist die Liebe so frei geworden, dass sie heute gar nichts mehr bedeutet? 
Eros und Thanatos sind alte unzertrennliche Geschwister – seit der Antike umkreisen sie sich in einem Liebes- und Totentanz. Dabei ist gerade der Tanz reine Verausgabung von Lebensenergie, reine Selbstverschwendung ohne Rücksicht auf die Zukunft. Genauso wie die Literatur: „Bin die Verschwendung, bin die Poesie“ heisst es in Goethes Faust II. Denn die Literatur weigert sich, sich in den Dienst einer Ideologie oder eines Kalküls zu stellen. Sie gibt sich wie die Liebe ganz dem Augenblick hin.  
Dance Me to the End of Love, singt Leonhard Cohen. Doch was am Ende der Liebe steht, lässt er offen: der Tod oder ein Neuanfang? Das entscheidet sich jedes Mal erst am Ende einer Liebe. Davor aber heisst es: Dance, dance dance!

Der Monte Verità ist seit jeher als Hügel der „freien Liebe“ bekannt. Doch gibt es das wirklich: eine „freie“ und ungebundene Liebe? Will die Liebe nicht etwas Unbedingtes sein, etwas Absolutes – wie der Tod? Und gibt es noch diese romantische Liebe, an deren Ende der Tod steht, oder ist die Liebe so frei geworden, dass sie heute gar nichts mehr bedeutet? 
Eros und Thanatos sind alte unzertrennliche Geschwister – seit der Antike umkreisen sie sich in einem Liebes- und Totentanz. Dabei ist gerade der Tanz reine Verausgabung von Lebensenergie, reine Selbstverschwendung ohne Rücksicht auf die Zukunft. Genauso wie die Literatur: „Bin die Verschwendung, bin die Poesie“ heisst es in Goethes Faust II. Denn die Literatur weigert sich, sich in den Dienst einer Ideologie oder eines Kalküls zu stellen. Sie gibt sich wie die Liebe ganz dem Augenblick hin.  
Dance Me to the End of Love, singt Leonhard Cohen. Doch was am Ende der Liebe steht, lässt er offen: der Tod oder ein Neuanfang? Das entscheidet sich jedes Mal erst am Ende einer Liebe. Davor aber heisst es: Dance, dance dance!

Aldo Merlini

Präsident Organizzazione turistica Lago Maggiore e Valli

Wenn die Liebe unsere Zeite befragt

Es ist mir eine Freude, Sie ein weiteres Mal auf dem legendären Monte Verità in Ascona zu empfangen, einem Ort, der für Freiheit und spirituelle Suche steht. Das diesjährige Thema, Dance Me to the End of Love, ist besonders anregend. Es lädt dazu ein, über die tiefe Verbindung zwischen Liebe, Eros und Tod nachzudenken, zwischen Begehren und Verletzlichkeit, eben dort, wo sich in einem intensiven und fragilen Tanz das Leben vollzieht. Dabei geleitet uns die Literatur, die den Blick und die Worte befreit, ihrer wahrhaftigsten Natur stets treu: Sie gibt sich ohne Berechnung hin, so wie die Liebe selbst. Ihnen allen ein sehr herzliches Willkommen zum Festival Monte Verità Eventi letterari 2026!

Es ist mir eine Freude, Sie ein weiteres Mal auf dem legendären Monte Verità in Ascona zu empfangen, einem Ort, der für Freiheit und spirituelle Suche steht. Das diesjährige Thema, Dance Me to the End of Love, ist besonders anregend. Es lädt dazu ein, über die tiefe Verbindung zwischen Liebe, Eros und Tod nachzudenken, zwischen Begehren und Verletzlichkeit, eben dort, wo sich in einem intensiven und fragilen Tanz das Leben vollzieht. Dabei geleitet uns die Literatur, die den Blick und die Worte befreit, ihrer wahrhaftigsten Natur stets treu: Sie gibt sich ohne Berechnung hin, so wie die Liebe selbst. Ihnen allen ein sehr herzliches Willkommen zum Festival Monte Verità Eventi letterari 2026!

Giorgio Gilardi

Gemeindepräsident Ascona

Eine Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch

Es ist mir einmal mehr eine Freude, im Namen der Gemeinde Ascona die diesjährige Ausgabe der Eventi letterari begrüssen zu dürfen. Am Monte Verità zusammenzukommen und sich mit Themen wie Liebe, Tod und Erotik auseinanderzusetzen, ist in einer von den sozialen Medien beherrschten Gesellschaft – in der persönliche und emotionale Beziehungen neue, andersartige Ausdrucksformen und Bedeutungen angenommen haben – eine Chance, eine Erfahrung, die sich mehr denn je zu teilen lohnt. Ich bin sicher, dass die Eventi letterari sich auch in diesem Jahr als ein für das kulturelle Leben unserer Stadt prägendes Ereignis erweisen werden. Ich wünsche allen spannende Tage am Festival.

Es ist mir einmal mehr eine Freude, im Namen der Gemeinde Ascona die diesjährige Ausgabe der Eventi letterari begrüssen zu dürfen. Am Monte Verità zusammenzukommen und sich mit Themen wie Liebe, Tod und Erotik auseinanderzusetzen, ist in einer von den sozialen Medien beherrschten Gesellschaft – in der persönliche und emotionale Beziehungen neue, andersartige Ausdrucksformen und Bedeutungen angenommen haben – eine Chance, eine Erfahrung, die sich mehr denn je zu teilen lohnt. Ich bin sicher, dass die Eventi letterari sich auch in diesem Jahr als ein für das kulturelle Leben unserer Stadt prägendes Ereignis erweisen werden. Ich wünsche allen spannende Tage am Festival.

Marina Carobbio Guscetti

Staatsrätin und Direktorin des Departements für Bildung, Kultur und Sport

Von Liebe, Zerbrechlichkeit und Bewusstsein

Das Departement für Bildung, Kultur und Sport freut sich, die 14. Ausgabe der Eventi letterari Monte Verità zu unterstützen. In einer Zeit, in der die Liebe immer exponierter und zerbrechlicher wird, eröffnet der Dialog zwischen Eros, Tanz und Endlichkeit einen wertvollen Raum, in dem sich das Wort – wie der Körper – der Komplexität der menschlichen Erfahrung hingibt. Ich wünsche allen ein Festival voller anregender Momente und überraschender Entdeckungen.

Das Departement für Bildung, Kultur und Sport freut sich, die 14. Ausgabe der Eventi letterari Monte Verità zu unterstützen. In einer Zeit, in der die Liebe immer exponierter und zerbrechlicher wird, eröffnet der Dialog zwischen Eros, Tanz und Endlichkeit einen wertvollen Raum, in dem sich das Wort – wie der Körper – der Komplexität der menschlichen Erfahrung hingibt. Ich wünsche allen ein Festival voller anregender Momente und überraschender Entdeckungen.

Manuele Bertoli

Präsident Fondazione Monte Verità

Der Keim eines neuen Anfangs

Die Geschichte des Monte Verità beginnt mit einem Neuanfang, einer Lebensreform, bei der mit der Zeit unterschiedliche Visionen und Gedanken zusammentrafen. Sie hat durch Körper, Tanz, Natur, Kunst sowie das Leben von Frauen und Männern unauslöschliche Spuren dieser Erfahrungen hinterlassen. Das Thema der diesjährigen Eventi letterari ist Liebe und Tod, doch Leben und Tod stehen in einem kontinuierlichen Kreislauf, und auf jedes Ende folgt immer ein neuer Anfang. Heute klingen die gleichen Probleme an, die bereits vor mehr als hundert Jahren die Erfahrungen des Monte Verità angestossen haben, und Momente der Vertiefung und Diskussion beleben weiterhin diesen Ort. Denn es liegt in der Natur des Menschen, sich ungeachtet und trotz allem Zukunftsszenarien vorzustellen.

Die Geschichte des Monte Verità beginnt mit einem Neuanfang, einer Lebensreform, bei der mit der Zeit unterschiedliche Visionen und Gedanken zusammentrafen. Sie hat durch Körper, Tanz, Natur, Kunst sowie das Leben von Frauen und Männern unauslöschliche Spuren dieser Erfahrungen hinterlassen. Das Thema der diesjährigen Eventi letterari ist Liebe und Tod, doch Leben und Tod stehen in einem kontinuierlichen Kreislauf, und auf jedes Ende folgt immer ein neuer Anfang. Heute klingen die gleichen Probleme an, die bereits vor mehr als hundert Jahren die Erfahrungen des Monte Verità angestossen haben, und Momente der Vertiefung und Diskussion beleben weiterhin diesen Ort. Denn es liegt in der Natur des Menschen, sich ungeachtet und trotz allem Zukunftsszenarien vorzustellen.