Vom 26. bis 29. März 2026 findet in Ascona und Locarno die 14. Ausgabe der Eventi letterari auf dem Monte Verità statt, unter dem Motto Dance Me to the End of Love, nach dem berühmten Song des Liedermachers und Dichters Leonard Cohen. Das Festival, das um Tanz und Erotik, Liebe und Tod kreist, wird von dem Schriftsteller Emanuele Trevi, Gewinner des Premio Strega, eröffnet und gibt einigen der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur eine Bühne, darunter Deborah Levy, Eva Illouz und Lukas Bärfuss.

Das Thema der Ausgabe 2026 entspringt einer Reflexion über die Verbindung von Liebe und Tod, Eros und Verlust, die sowohl Leonard Cohens Lied als auch die Geschichte des Monte Verità durchzieht. Als symbolischer Ort der Utopien des 20. Jahrhunderts und der Vorstellungen von «freier Liebe» wird der Monte Verità zum Ausgangspunkt für die Frage nach der heutigen Bedeutung der Liebe: Kann diese noch als absolute und unbedingte Erfahrung gelebt werden? Oder hat sie in einer Zeit, die vom allgemeinenTempo und den Dating-Apps geprägt ist, ihre symbolische Kraft zunehmend verloren? Dieses Spannungsverhältnis sucht die diesjährige Ausgabe über diverse Stimmen, sprachliche Ausdrucksformen und Perspektiven zu erkunden.
Eröffnet wird das Festival am Donnerstag, dem 26. März, im PalaCinema von Locarno von Emanuele Trevi, einer der angesehensten Vertreter der italienischen Gegenwartsliteratur. Trevi bietet seinen Leserinnen und Lesern eine erzählerische Erfahrung mit Initiationspotenzial, die zu den verborgenen Wahrheiten des Daseins führt. Der Autor von Romanen und Essays schreibt für La Repubblica und den Corriere della Sera. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen zählen das mit dem Premio Strega ausgezeichnete Zwei Leben (Verlag Freies Geistesleben 2024), sowie sein jüngster Roman, Mia nonna e il Conte (Solferino, 2025), der im Mittelpunkt unserer Veranstaltung steht.
Mit grosser Spannung wird auch die Begegnung mit der britischen Autorin Deborah Levy erwartet. Die in Südafrika geborene britische Schriftstellerin erforscht in ihrem Werk das weibliche Verlangen und den Preis der Freiheit: Was bedeutet es heute, eine Frau zu sein, und welchen Preis haben Entscheidungen, die uns emanzipieren? In ihrer Living autobiography, die die drei Bände Was ich nicht wissen will (Wagenbach, 2015), Was das Leben kostet (Hoffmann und Campe, 2019) und Ein eigenes Haus (Hoffmann und Campe, 2023) umfasst, sowie in ihren Romanen erzählt sie von Bindungen, Trennungen und Lebensabschnitten – mit einer Stimme, die Konventionen herausfordert und das Schreiben zu einem Akt des Widerstands macht.
Ein weiterer renommierter Gast der diesjährigen Ausgabe ist die Soziologin Eva Illouz, deren Bücher breite intellektuelle Debatten auslösen und ins Herz der Widersprüche unserer Zeit stossen. Niemand hat das Drama der Liebe in unserer digitalen Ära so hellsichtig analysiert wie Eva Illouz in ihrem Bestseller Warum Liebe endet (Suhrkamp, 2018). Zuletzt hat sie in Explosive Moderne (Suhrkamp, 2024) die Rolle der Emotionen vor der aktuellen Weltlage psychologisch und politisch ausgeleuchtet.
Auch der Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss, Verfasser von in über zwanzig Sprachen übersetzten Romanen, Theaterstücken und Essays, kommt auf den Monte Verità. Er gibt einen exklusiven Einblick in seinen neuesten Roman Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter (Rowohlt, Mai 2026), eine autobiografische Reflexion über seine Herkunft aus einem Haushalt ohne Geld und ohne Zärtlichkeit. Eingebettet sind diese Ausführungen in ein weiterführendes Gespräch über sein Gesamtwerk, das sich von dem Theaterstück Die sexuellen Neurosen unserer Eltern bis zu dem Roman Hundert Tage (Wallstein, 2011) mehrfach mit den zentralen Themen des diesjährigen Festivals Monte Verità Eventi letterari auseinandergesetzt hat.
Das vollständige Programm steht ab Mitte Februar zur Verfügung.
Die 14. Ausgabe des Festivals wird von der Associazione Eventi letterari Monte Verità gefördert, der Raphaël Brunschwig vorsteht. Die künstlerische Leitung liegt bei Stefan Zweifel in Zusammenarbeit mit Giuliana Altamura und Stefano Knuchel, die organisatorische Leitung bei Carmen Werner. Ein besonderer Dank geht an das Departement für Bildung, Kultur und Sport des Kantons Tessin, die Gemeinde Ascona, die Tourismusorganisation Lago Maggiore e Valli und an den Presenting Partner, die Mobiliar. Das Festival dankt auch den Kulturstiftungen und den privaten Förder*innen, die das Projekt unterstützen.
Fotomaterial zum Download unter folgendem link.
Das Festival Monte Verità Eventi letterari findet vom 26. bis zum 29. März in Ascona und Locarno statt. Für weitere Informationen und zur Vereinbarung von Interviews kontaktieren Sie bitte:
Pressedienst
Giada Peter
giada.peter@eventiletterari.ch
+41 79 848 91 63